Aktennotiz vom 12. 8. 04

Aktennotiz der 1. Zusammenkunft „Reform Wylergut“ in der Aula des Wylergutschulhauses vom 12. August 2004

Anwesend: Vreni und Urs Dürmüller, Urs Halter, Roger und Anita Schneider, Marlis und Max Schaad, Fritz Lanz, Regina Gubler Stucki, Marianne Schneider, Heinz Kneubühl, Jean-Paul Clémençon, Doris Haefeli-Kuster, Ursula und Christian Bähler, Elisabeth und Heinrich Bättig, Lydia Aegerter, Armin Obrist, Marlis Stahl, Hedi Strässler, Luisa Marretta-Schär, Denise und Marcel Spring, Rosmarie Muheim, Heidi Heer, Urs Brechbühl, Christina und Jean-Marc Frei, Crhsitine Zehnder, Susanne Walsh, Manuela Hügli, Christian Wäfler, Peter Wild, Ursula Plüss, Nelly Krebser, Elisabeth Rieder, Lily und Fred Künzi, Maria und Christian Lerch, Jean-Pierre Hardmeier, Heinrich Gysin, Bendicht Beck, Hans Leuenberg, Kurt Jakob, Hans-Rudolf Jost, Brigitte Wiedmer, Urs Haefeli, Willy Pfister, Hans Burri, Hans Küne, Daniel Tschopp, Marianne und Rudolf Zimmermann, Marietta Calame, Henriette und Peter Dällenbach, Francesco Canonica, Hans Flückiger, Peter Müller, Rudolf Bohnenblust, Elsbeth Salvisberg, Jean-Pierre Müller

Entschuldigt: Käthi Flückiger, Ueli Häuselmann, Thomas Stankiewitz, Ursula Stöckli, Ruth und Werner Buser

Im Namen der organisierenden Familien Dürmüller, Frei, Lanz und Schneider begrüsst Roger Schneider alle Anwesenden und freut sich, dass so viele gekommen sind und sich interessieren, wie es mit der Genossenschaft Wylergut weitergehen soll. Inhaltspunkte des Abends: Ziel der Zusammenkunft Wylergut wie weiter? Orientierung über den Fragebogen Vorstellen diverser Modelle Diskussion Abstimmung über weiteres Vorgehen

Ziel der Zusammenkunft (Fritz Lanz) Es ist wichtig, dass wir uns wieder als Gemeinschaft fühlen und die Versammlungen der Genossenschaft besuchen. Als grosse Gruppe hat man mehr Kraft, etwas durchzusetzen. Im Wesentlichen geht es darum, welche Interessen am 23.8.04 in der Arbeitsgruppe für die neuen Statuten eingebracht werden sollen.

Wylergut wie weiter? (Urs Dürmüller) Als die Genossenschaft gegründet wurde, hatte sie den Zweck, Häuser zu bauen. Diese Anforderung ist nun erfüllt. Bei den meisten Genossenschafter hat sich eine Gleichgültigkeit eingeschlichen. Die Einladungen zur Hauptversammlung werden nicht mehr gelesen, die Versammlungen nicht besucht. Zu allem hat man in den letzten Jahren immer nur genickt und alles der Verwaltung überlassen. Da die Genossenschaft eine Zwittergenosschenschaft von Einfamilienhausbesitzern und Mietern ist, tauchen unweigerlich Probleme auf. Die Einfamilienhausbesitzer wollen selbständig sein und grenzen sich von den Wohnungsmietern ab. Die Statutenrevision, die von der Verwaltung an der letzten Hauptversammlung vorgeschlagen wurde, hat nun einige wach gerüttelt. Es geht darum, dass wir wieder agieren und wenn wir weiterhin eine Genossenschaft haben wollen, dann sollte sie uns auch etwas nützen.

Fragebogen (Vreni Dürmüller) Die einladenden Parteien haben einen Fragebogen kreiert. Es geht darum, dass man bei allen Mitgliedern der Genossenschaft in Erfahrung bringen kann, welche Bedürfnisse sie haben. Der Fragebogen wird an der Sitzung vom 23.8.04 mit der Verwaltung besprochen und anschliessend mit dem Wylergut-Heft verteilt. Der Fragebogen wird mit einem Begleitbrief versandt, der kurz aufzeigt, warum er entstanden ist und welchen Zweck er hat. Der Fragebogen kann anonym eingesandt werden. Falls beim Ausfüllen Fragen auftreten, helfen die vier Familien (Dürmüller, Frei, Lanz, Schneider) gerne weiter. Ein Treuhandbüro wertet den Fragebogen aus.

Vorstellen diverser Modelle (Jean-Marc Frei) Die Modelle sollen zur Diskussion anregen. Es ist wichtigt, dass man die Meinung der anwesenden Personen spürt und weiss, welche Gedanken man am 23.8.04 in der Arbeitsgruppe einfliessen lassen soll. 1)Status Quo alles bleibt wie es ist, keine Aenderung; Verwaltung hat starken Einfluss; Kein Interesse an der Genossenschaft; Einfluss der Mieter gegenüber den Einfamilienhausbesitzer oder auch umgekehrt; Einschränkung des Eigentums durch die Statuten.

2)Status Quo minus Einfluss der Verwaltung einschränken; Praktisch alles bleibt beim Alten; Gewisse Lockerung der diversen Reglemente und Statuten; „Kinder-Bedingung“ lockern, je nach Haustyp.

3)Zwei Genossenschaften Eine Genossenschaft für die Einfamilienhausbesitzer und eine für die Mietwohnungen an der Polygonstrasse. Dies hätte zur Folge, dass man sich nicht gegenseitig einmischen kann und die Interessen der einzelnen besser wahrgenommen werden könnten. Für übergreifende Probleme könnte ein gegenseitiges Besuchsrecht Abhilfe schaffen.

4)Genossenschaft Polygonstrasse und Interessengemeinschaft Einfamilienhäuser Dies gäbe eine klare Trennung. Eine Interessengemeinschaft ist weniger stark strukturiert, hat aber immer noch die Möglichkeit, sich für allgemeine Anliegen einzusetzen.

5) Auflösung der Genossenschaft

Diskussion

Francesco Canonica hat Gefühl es läuft nicht gut, man hat Werkzeuge und weiss nicht was bauen; würde keinen Fragebogen versenden, wegen Informationsmangel; meint, man müsse mehr in die Zukunft schauen; Häuser sind zu klein gebaut für Familien mit Kindern; Siedlung wurde konzipiert, ohne Garagen, ohne Parkplätze, Strassen zu eng; Probleme müssen jetzt angepackt werden; Findet das Vorgehen nicht richtig; Wie kann man heute bereits entscheiden, ob eine Genosschenschaft oder eine IG das Richtige ist? Antwort Jean Marc Frei und Urs Dürmüller: Danke für das Votum; Anregungen sind immer erwünscht; Probleme wurden von der Gruppe auch erkannt; Mit Fragebogen und diesem Anlass wird versucht, die Probleme zu eruieren und zu erkennen.

Ursula Plüss lebt gerne im Wylergut; hätte auch gerne Garage oder Abstellplatz gehabt, wurde aber beides nicht bewilligt; jetzt Biotop gebaut, wo Fische schwimmen Haus renoviert und saniert, in den nächsten 20 Jahren ist es bewohnbar; Viele Gärten seien aber in einem schlechten Zustand.

Armin Obrist Problemlösung für Zukunft ist gut; erfordert aber einen Rahmen, Grundbedingungen müssen zuerst festgelegt werden.

Daniel Tschopp hat Generationenwechsel miterlebt; hat sein Haus modernisiert; Vor- und Nachteile des Wylergutes sind bekannt, wenn man sich niederlässt; Ist der Meinung, dass man eine Marschrichtung festlegt, er tendiert auf Genossenschaft und Interessengemeinschaft.

Christian Lerch Wylergut ist ins Alter gekommen; Wohnt gerne hier, solange Gesundheit es erlaubt; Häuser konnten zu günstigen Konditionen damals gekauft werden; Mit den Jahren viel investiert, deshalb haben die Häuser heute auch ihren Preis; Einige Häuser zu klein für Familien mit mehr als einem Kind;

Heinrich Bättig regt an, dass im Fragebogen auch die Möglichkeit bestehen soll, Probleme aufzulisten, die anstehen; der Verkehr im Wylergut ist minim.

Peter Dällenbach möchte gerne wissen, wie die Einladungen zum heutigen Abend verteilt wurden. Antwort Roger Schneider und Urs Dürmüller: Adressen herausgefunden über Mund- zu Mundpropaganda; Vier Familien haben Gleichgesinnte gesucht aus ihrem Umfeld.

Heinz Kneubühl hat Abend als Informationsabend angeschaut; findet es schade, dass Gegner nicht da sind (liebet eure Feinde); um Meinung zu bilden, braucht es auch Gegenargumente; findet es schade, dass Herr Canonica nicht ausreden durfte. Antwort Christina Frei: es gibt nicht Freunde und Feinde; es gab Gerüchte im Wylergut, deshalb gibt es diesen Informationsabend; es geht darum, für einen Teil des Wylergutes eine Richtung festzulegen; andere Meinungen werden akzeptiert.

Luisa Maretta-Schär hat Unterbrechung von Herrn Canonica nicht so verstanden; hat mit seinem Votum an der eigentlichen Sache vorbeigesprochen; geht darum, wie die Grundlagen sind, rausfinden, ob es es ein „wir“ gibt für die Zukunft; welches Gewicht hat Beschluss von heute abend? Antwort Jean-Marc Frei und Roger Schneider: Beschluss ist richtungsweisend für Besprechung vom 23.8.04; Gemeinsam kann man auch an der nächsten Genossenschaftsversammlung etwas bewegen.

Regina Gubler Stucki vielleicht reicht auch eine sanfte Renovation; wichtig ist, dass Ideen gesammelt werden; braucht einen Weg, um an der Mitgliederversammlung stärker aufzutreten.

Heinrich Gysin bei der Gründung war Genosschenschaft gut; heute Ziel erreicht; Genossenschaft bringt keine Vorteile mehr, nur alle Jahre einen Einzahlungsschein; Aenderung erwünscht, von ihm aus sogar Auflösung der Genossenschaft; Auflage mit zwei Kindern ist auch nicht mehr zeitgemäss.

Marianna Zimmermann ist im Dörfli aufgewachsen; dankt den Familien für ihren Einsatz; findet es gut, dass man andere Meinungen einholt, Gleichgesinnte findet; ist auch für eine Aenderung, tendiert auf Teilung der Genossenschaften oder auch Bildung einer Interessengemeinschaft. Peter Wild dankbar, dass er Haus im Wylergut hat; möchte es einmal seinen Grosskindern weitergeben; gut, dass man etwas unternimmt und der Verwaltung die Stange hält; hätte Garagen bauen wollen, wurde ihm von den Nachbarn nicht bewilligt; im Dörfli ist eine Ueberalterung feststellbar.

Rudolph Bohnenblust Hängt an der Genossenschaft, sein Vater war Mitbegründer; Hat an jeder Versammlung teilgenommen.

Christina und Jean-Marc Frei: Wenn Genossenschaft als „Wir“ auftritt und man mitbestimmen und &endash;gestalten kann, hat sie ihren Sinn. Zitat nach Erwin Ringel, Arzt aus Oesterreich: „Es geht nicht nebeneinander, schon gar nicht gegeneinander, es geht nur miteinander.“

Welche Aengste sind vorhanden? Präsident wohnt nicht im Quartier; Wie ist die neue Vizepräsidentin; Machtmissbrauch Zu wenig Offenheit Bevormundung Zweikindpolitik ist Belastung Genossenschaft zwingt Besitzer zu Verkauf

Wünsche, Ziele, Hoffnungen, Erwartungen Als Frau ernst genommen werden: Abschaffung Baureglement; Gemeinsamer Einkauf von Erdöl, Dachsanierungen; Bildung von Interessengruppen; Schlankere und demokratischere Verwaltung; Genossenschaft ist gut fürs allgemeine Interessen; Keine Einschränkung durch die Genossenschaft.

Abstimmung über weiteres Vorgehen

Von den anwesenden Personen spricht sich niemand für den Status Quo aus. Eine Person wünscht Status Quo minuns und acht Personen sprechen sich für eine Aufhebung der Genossenschaft aus. Die Mehrheit ist für die Bildung von zwei Genossenschaften oder einer Genossenschaft für Mieter sowie einer Interessengemeinschaft für die Einfamilienhäuser. Ueber Punkt 3 und 4 wurde zuerst zusammen abgestimmt. Nach nochmaligem Nachfragen spricht sich die Mehrheit für eine Genossenschaft für Mieter sowie eine Interessengemeinschaft für die Einfamilienhäuser aus. Für die Besprechung vom 23.8.04 bekunden die anwesenden Personen den Vertretern in der Arbeitsgruppe (Dürmüller, Frei, Lanz, Schneider) ihre Unterstützung. Von der Mehrheit der anwesenden Personen wird eine weitere Versammlung gewünscht. Roger Schneider bittet die Anwesenden, den Präsidenten der Verwaltung nicht einzeln anzuschreiben. Die Komunikation mit ihm läuft zurzeit gut. Er dankt allen für das bekundete Interesse und wünscht eine gute Heimkehr.

Für die Aktennotiz

sig. A. Schneider

Anita Schneider

Bern, 14. August 2004