Ungereimtheiten zum Jahresbeginn

Sehr geehrter Herr Schmid, Sehr geehrte Damen und Herren

Für die ao. GV. vom 3. März 2005 haben wir rechtzeitig ein Traktandum Statutenänderung angemeldet. Wir - zusammen mit 140 weiteren Genossenschafter/innen - halten an diesem Traktandum fest. Wir alle erwarten von der Verwaltung und insbesondere vom Präsidenten, dass sie an der ao. GV ihre Funktion verantwortungsvoll wahrnehmen und unser Traktandum (wie selbstverständlich auch alle andern fristgerecht eingereichten Traktanden) nach demokratischen Grundsätzen neutral behandeln. Dazu gehört neben Fairness in der Verhandlungsführung, dass ein ordentliches Verfahren gewährleistet ist. Mit Erstaunen haben wir festgestellt, dass die Verwaltung die ao. GV im Singsaal des Wylergutschulhauses durchführen will. Wir sind der Ansicht, dass dort zu wenig Platz vorhanden ist. Obwohl wir dem Präsidenten immer wieder gesagt haben - u.a. auch anlässlich der letzten Sitzung der AG Zukunft -, dass wir die Anliegen der vielen reformwilligen Wylergüetler in einen Antrag umformen und diesen an der ao. GV traktandieren lassen würden, und dass die Raumverhältnisse im Singsaal ungenügend seien, hat es Herr Schmid versäumt, einen für dieses Geschäft geeigneten Raum zu reservieren. Wir haben festgestellt, dass der Jardin für das Datum vom 3.3. bereits besetzt ist. Das Kirchgemeindehaus Markus ist zwar frei, hat aber nicht mehr Platz als der Singsaal. Muss jetzt der Termin verschoben werden? Noch ist der Jardin am 4. 3. 05 frei. An der Verwaltung ist es nun, das Versäumnis gut zu machen. Ebenfalls haben wir den Präsidenten angefragt, wann wir die Erläuterungen zu unserem Statutenentwurf abzugeben hätten, damit diese, zusammen mit dem Text der Statuten und der Einladung, an die Genossenschafter/innen verschickt werden können. Eine Antwort steht noch aus.

Der Präsident hat uns gegenüber das Wort "Konfrontation" verwendet, was uns sehr befremdet. Ein Genossenschaftspräsidium, das sich über die Gegenerschaft zu vielen Genossenschaftern definiert, ist inakzeptabel. Sicher ist, dass wir unsererseits keine Konfrontation suchen. Unser Interesse gilt der Genossenschafts-Reform. Mit unserem Vorschlag zur Statutenrevision ermöglichen wir einen Kompromiss zwischen den Extremen und damit den Weiterbestand der Genossenschaft. Wir und die vielen Genossenschafter/innen, die hinter uns stehen, sind nicht Gegner der Wylergut-Genossenschaft; wir haben jedoch eine andere Vorstellung von dem was diese Genossenschaft sein könnte als andere Genossenschafter/innen.

Was die vom Präsidenten geplante Orientierungsversammlung vom 1. Februar im Singsaal betrifft, nehmen wir - genauso wie andere Mitglieder der Genossenschaft - interessiert teil. Wenn Ludwig Schmid dort über die Arbeit der AG Zukunft und über die Umfrage referieren will, wird er als unser aller Präsident nicht nur die Interpretation der Umfrage-Ergebnisse von J. Rodriguez, sondern ebenso jene von J.M. Frei kommunizieren. Sicher wird er auch berichten, wer seiner im Bletti gemachten Aufforderung gefolgt ist, aus der Umfrage Schlüsse gezogen und diese - wie wir - in Anträge an die GV umgesetzt hat.

Wir halten fest, dass der Präsident der Genossenschaft alle Meinungen der Genossenschafter zu respektieren und, wenn Aspekte der Genossenschaft diskutiert werden, den Meinungsbildungsprozess zu ermöglichen hat. Selbstverständlich haben die Mitglieder der Verwaltung und der Präsident genau so wie alle andern Genossenschafter/innen ein Recht auf ihre eigene Meinung. Was jedoch nicht anginge und was nicht toleriert werden könnte, ist ein präsidiales Eingreifen in den Meinungsbildungsprozess, der allenfalls als Funktionsmissbrauch interpretiert werden könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Die Reform-Initianten

Urs und Vreni Dürmüller
Christine und Jean-Marc Frei
Fritz und Monika Lanz
Anita und Roger Schneider

Bern-Wylergut, den 15. Januar 2005


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